Bewusst konsumieren und richtig entsorgen – Verpackungsabfälle steigen weiter an

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Archivfoto: Ingo Tonsor @LeserECHO.de

NABU: Tipps zur Abfallvermeidung

Hannover –„Cyber-Monday-Woche“, „Black Week“ oder „Black Friday Weekend“, rund um den ursprünglich US-amerikanischen Aktionstag „Black Friday“ nach Thanksgiving, finden auch in Deutschland vermehrt groß angelegte und zeitlich weit gedehnte Verkaufsevents, vor allem der großen Onlinehändler, statt. Der damit einhergehende und nachgewiesene Konsumrausch beglückt aber nicht nur Käufer, sondern verschärft ein ohnehin schon steigendes Problem: Unmengen an Verpackungsmaterialien, darunter Kartons, Folien und Styropor, landen vor allem auf der Zielgeraden zur weihnachtlichen Geschenkbeschaffung nach einmaliger Nutzung im Abfall.

Bewusst konsumieren und richtig entsorgen

„Bewusst konsumieren und richtig entsorgen“ lautet passend dazu das Motto der diesjährigen „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ vom 17. bis 25. November. Denn der geringste Verpackungsmüll entsteht durch den Verzicht auf unüberlegte Neuanschaffungen. Wer dennoch bei einigen Schnäppchen zuschlagen möchte, sollte danach darauf achten, Verpackungen fachgerecht zu entsorgen und noch funktionierende Altgeräte einer Weiternutzung zuzuführen.

„Es gibt viele Möglichkeiten für einen nachhaltigen Konsum“, berichtet Matthias Freter vom NABU Niedersachsen „Vorab sollte immer abgewägt werden, ob wirklich ein neues Produkte gebraucht wird. Auch Reparaturen oder Akkuwechsel sollten vor einem Neukauf in Betracht gezogen werden, die mittlerweile weit verbreiteten Repair Cafés helfen kostengünstig weiter.“ Möchte man dennoch unbedingt ein neues Produkt haben, kann die Vorgängerware verschenkt, getauscht oder einer anderen nützlichen Funktion zugeführt werden, Re- und Upcyclings sind weitere vielfältige Optionen.

Verpackungsabfälle steigen weiter an

Das Problem in sämtlichen Fällen: abgesehen vom Verzicht, besteht für Verbraucher kaum die Möglichkeit, dem Verpackungswahn der Produzenten und Händler zu entgehen. Immer mehr Verpackungen, die für die „Produktoptimierung“ angeblich unerlässlich sind oder sich der steigenden Anzahl an Singlehaushalten mit „praktischen“ Einzelportionen anpassen, sowie kurzlebige Elektronikprodukte, welche den regelmäßigen Neukauf befördern sollen, befeuern die Abfallproblematik enorm. Dennoch sind die Verbraucher nicht unbeteiligt daran, denn der steigende Konsum profitiert auch von deren Wunsch nach „immer mehr“ und „immer neueren“ Produkten und deren ausgeprägter Wegwerfmentalität. In Deutschland fallen so jedes Jahr über 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an, 2010 waren es noch 16 Millionen Tonnen. Damit steht Deutschland EU-weit an der Spitze, Weltmeister in der Mülltrennung hin oder her.

Zu Weihnachten einfach mal Zeit verschenken

Manche der am „Black Friday“ erworbenen Produkte sind sicher auch für die Liebsten zu Weihnachten gedacht. Damit die besinnliche Zeit aber nicht zu „Abfall-Feiertagen“ wird, kann schon jetzt mit der Anschaffung umweltfreundlicher sowie abfallvermeidender Geschenkverpackungen vorgesorgt werden. Es muss zum Beispiel nicht immer klassisches Geschenkpapier sein, erst recht kein alubeschichtetes Schmuckpapier. Als Alternative bieten sich Recyclinggeschenkpapier und -geschenkhüllen, neutrale Kartons und individuell gestaltbares Packpapier an. Dieses kann fantasievoll bemalt oder mit Gebäck, Zweigen, getrockneten Blättern und Blumen beklebt werden. Auch Geschenkbänder sollten aus Stoff oder Bastfaser sein und müssen nach Gebrauch nicht im Abfall landen, sondern können im Folgejahr wieder benutzt werden.

Eine besonders schöne Alternative ist auch, Zeit für- und miteinander zu verschenken. Am Ende eines Jahres beklagen sich nicht wenige darüber, keine Zeit für die Liebsten zu haben. Vermeidet man Einkauf und Umtausch teurer Geschenke, ergibt sich die gemeinsame Zeit ganz von allein. Eine weitere Möglichkeit ist ein Geschenk für den guten Zweck und die Freude daran, etwas Gutes getan zu haben. Dies gelingt beispielsweise durch eine Geschenkmitgliedschaft beim NABU Niedersachsen oder eine Tierpatenschaft und spart am Ende nicht nur Zeit, sondern auch Verpackungsabfälle.

Hintergrund

Anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung vom 17. bis 25. November 2018 ruft der NABU neben Verbrauchern auch die Bundesregierung auf, sich vehement gegen die Verschwendung von Rohstoffen zu positionieren. Um den Ressourcenkonsum zu senken, muss das Programm zum Schutz der natürlichen Ressourcen (ProgRess III) ambitionierte Ziele in Bau- und Kreislaufwirtschaft, Siedlungsentwicklung sowie Konsum aufstellen. Dazu muss es außer Förder- und Informationsinstrumenten auch ökonomische Anreize beinhalten, wie eine Getränkeverpackungssteuer oder eine Energiesteuerpflicht für Abfallverbrennungsanlagen. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen und damit zum Klimaschutz.


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